Rückschritte – Chance oder Niederlage?

 

Ich glaube jeder kennt dieses Gefühl: Wir nehmen uns was vor. Eine Diät, mehr Sport, anders

auf unsere Kinder einzugehen, bzw. in gewissen Situationen anders zu reagieren. Oder uns geht es nach einer Trennung plötzlich wieder schlecht, obwohl es uns doch schon soooo gut ging.

So oder in vielen anderen Variationen nehmen wir uns stetig etwas vor, weil wir in unserem Leben etwas positiv verändern wollen.

 

Doch dann kommt wieder dieser eine Moment und alles scheint zusammenzubrechen.

Wir machen uns Vorwürfe, unsere Kinder doch wieder angeschrien zu haben, kein Durchhaltevermögen und versagt zu haben, oder einfach nur faul zu sein. „Das hat doch alles

keinen Sinn, ich krieg’s einfach nicht hin…“

 

Im Selbstzerfleischen sind wir oft richtig gut. Aber bringt uns das etwas? Außer schlechte Gefühle? Kommen wir damit weiter?

Hilft es uns oder unseren Kindern/Familienmitgliedern?

Ganz klar NEIN! Es hilft uns einzig und allein darin, uns schlecht zu fühlen und zu denken.

 

Rückschritte frustrieren uns. Aber:

Wer hat eigentlich behauptet, dass Rückschritte etwas Schlechtes sind?

 

Wie oft bist Du schon paar Schritte zurück gegangen, um etwas genauer betrachten zu können?

Nehmen wir als Beispiel eine Kirche oder ein anderes sehenswürdiges Gebäude, das Du im Urlaub besuchst.

Schon mal direkt davor gestanden? Was konntest Du erkennen? Die Türe und ein bisschen drum herum? Gerade mal das, was Dein Radius hergab! Sicherlich bist auch Du dann schon zurück gegangen, um Dir die GANZE Kirche in ihrem Wirken und als Kunstwerk betrachten zu können.

 

Aha, da haben wir es! Hättest du keinen „Rückschritt“ gemacht, hättest du das „GANZE“ nicht erfassen können.

Haben wir diesen Einblick nicht, sehen wir immer nur das einzelne Puzzlestück, aber nie das ganze Puzzle, nie das ganz Bild.

 

Manchmal muss ich auch öfter vor- und wieder zurückgehen, bis ich das Ganze erfasst und verstanden habe. Erst dann stoße ich auf die Lösung, warum ich, mein Partner oder meine Kinder in einer Situation auf eine bestimmte Weise handeln oder reagieren. Und erst wenn wir wissen, wodurch ein Reaktion entsteht, können wir sie beseitigen.

 

Rückschläge sind wichtig, ja beinahe unentbehrlich, um die Dinge besser betrachten zu können. Diese Erkenntnisse können wir positiv nutzen und dann richtig vorwärts gehen.

Alles was wir tun, hat seinen Sinn und seine Berechtigung. Es gilt „nur“ diese herauszufinden.

Ich weiß, das ist nicht immer so einfach. Aber es ist es wert, es zu versuchen!

Du wirst sehen, es wird Dein Leben nicht nur bereichern, sondern auch verschönern.

 

Rückschritte sind also gar nicht so schlimm – sie sind eine Chance!

Wenn Du diesen Blickwinkel einnimmst, kannst Du mit einzelnen Situationen viel besser umgehen. Es entspannt ungemein. Es nimmt Dir den Druck heraus.

 

Sei unperfekt, mache Fehler! Die bringen uns vorwärts, genau diese Fehler und Rückschläge bringen Dich nach vorne und lassen Dich wachsen!

Wenn Du es zulässt!

 

Also, bei Deinem nächsten Rückschritt: Schau genau hin und erkenne Deine Chance!

 

In diesem Sinne,

 

Eure

Karolin Noll

 

PS.: Schreib mir Deine Erfahrungen. Oder ergeht es Dir gerade so? Hinterlasse mir einen Kommentar.

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