Familien Essen – Gestern, Heute, Morgen

Seit inzwischen über 15 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Ernährung.

Schon damals habe ich kritisch beobachtet wie sich unsere Lebensmittel zu „Kunstkreationen“ wandeln. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Kreativität an sich ist eine gute Sache, auch in Bezug auf die Ernährung. Doch wo beginnt sie und wo hört sie auf?

 

Ernährung soll Spaß machen, keine Frage! Abwechslung und Fantasie sind da schon gefragt.

Vor allem mit Kindern. Aber soll unsere Ernährung kreativ im Labor stattfinden?

Für was brauchen wir Fruchtsäfte mit dem „extra an Vitaminen“?

Süßigkeiten mit einer extra Portion Milch?

 

Irgendwann im Laufe der Revolution haben wir den Bezug zu einer natürlichen Ernährung verloren.

Unsere Großeltern sind noch in den Garten oder auf den Markt bzw. in den „Tante Emma Laden“ um die Ecke gegangen und haben sich dort Ihre Lebensmittel besorgt.

Heute gibt es riesen Gebäude mit unzähligen Regalen wo ich keine „Lebensmittel“ mehr finde.

Nur noch bunte Tüten, Dosen und Becher und vieles mehr.

Von Lebensmittel kann man da nicht mehr sprechen. Denn „Leben“ ist dort keins mehr drin.

 

Unsere Instinkte, unser Wissen ist verloren gegangen. Wer noch Großeltern hat, kann diese mal fragen, wieso ein Lorbeerblatt ins Sauerkraut kommt oder warum sie wann welche Gewürze verwendet haben?

Durch die Zugabe von den Gewürzen, werden manche Speisen besser verdaulich für uns und vieles mehr. Alte Bücher mit Kräuterkunde sind ein wahrer Schatz!

 

Auch ich bin teilweise dem Konsum der bunten Verpackung erlegen.

Als mein Sohn klein war, kannte er nur Trockenobst, oder Naturjoghurt mit Früchten, Fruchtmus usw.

Doch bei Freunden gab es dann die bekannten „Zwerge“ fruchtig und süß wie andere Leckereien.

Soll ich mein Kind zusehen lassen und ihm verbieten auch mit zu essen?

Das brachte ich auf Dauer nicht übers Herz. Irgendwann habe ich mich dann dabei erwischt, dass auch ich im Kühlregal danach gegriffen habe. Ich wollte nicht, dass mein Sohn sich bei Freunden damit vollstopft, weil er es zu Hause nicht bekommt.

Somit hatte es auch mich erwischt. Wenn auch nur in kleinen Bereichen.

 

Doch das Ende vom Lied war, dass er meine „natürlichen“ Sachen dann nicht mehr Essen wollte.

Im Laufe der Zeit dachte ich mir dann, ich glaub ich bin im falschen Film!

Es kann doch nicht sein, das ich mich von der Außenwelt so beeinflussen lasse.

Erschrocken darüber, welche Macht das alles über uns hat, fasste ich den Entschluss, meinen Sohn langsam wieder zu entwöhnen und mein Leben wieder selbst zu bestimmen.

 

Dieser Prozess ist gar nicht so einfach, denn egal wo wir hinschauen, findet sich das verpackte Essen wieder. Doch selber gemacht ist immer noch am besten!

Die ersten selber gemachten „Fruchtleckerlis“ hat mein Sohn voller Stolz sofort mit in den Kindergarten genommen.

Er isst noch immer gerne seine „Bärigen“ Kollegen. Doch er akzeptiert, dass er diese bei mir zu Hause nicht mehr bekommt.

„Do it yourself“ hat bei uns wieder Einzug erhalten. Da Zeit fast überall Mangelware ist, nehmen wir uns diese ganz bewusst, um gemeinsam unsere Küche mit Leben zu füllen.

 

Zusammengefasst kann man sagen:

– Nicht überall wo „Lebensmittel“ drauf steht, ist auch „Leben“ drin.

– Auf zum Abenteuer – Natürliche Ernährung „neu“ entdecken

– „Do it yourself“, so kommt wieder Leben in die Küche und in die Lebensmittel

 

In diesem Sinne, wünsche ich Euch ein lebendiges Miteinander.

Herzlichst

Eure

Karolin

Comments

comments